„Wir möchten positive Beispiele zeigen“

Als einer von mehreren starken Partnern, darunter vor allem die Deutsche Postcode Lotterie, unterstützt auch die BUND-Kreisgruppe Mönchengladbach unser Projekt ‚Urban MönchenGardening‚ in der Villa Humboldt. Im Interview erklärt Heinz Rütten, warum die Naturschutzorganisation mit LOOP kooperiert.

Herr Rütten, das LOOP-Team freut sich sehr, dass der BUND dieses Projekt unterstützt. Warum engagieren Sie sich?

Neben dem Aufzeigen von Problemen und dem Kritisieren von Fehlentwicklungen im Natur- und Umweltschutz gehören das Anbieten von Lösungsansätzen, das Zeigen von positiven Beispielen und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu den ganz wesentlichen Aufgaben und Interessen unseres Verbandes und seiner ehrenamtlichen Mitglieder. Als Kreisgruppe konzentrieren wir uns dabei besonders auf die lokalen Themen, die auch wenigstens zum Teil lokal lösbar sind. Junge Menschen stehen dabei als Adressaten unserer Arbeit besonders im Fokus, denn sie werden mit den Herausforderungen leben müssen, die wir heute nicht lösen.

Was ist für Sie als Organisation, die eigentlich den Natur– und Umweltschutz vorantreibt, das Besondere an diesem Projekt im Bereich Kinder- und Jugendhilfe?

Die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe ist für uns als Organisation eine gute Gelegenheit, den Wert und Nutzen einer intakten Umwelt und Natur zu vermitteln. Wenn Kinder und Jugendliche mit Natur in Kontakt kommen, sie kennen, pflegen und nutzen lernen – etwas, das im städtischen Bereich heute nicht mehr selbstverständlich ist – dann lernen und verstehen sie, warum unsere Natur und Umwelt so schützenswert ist. Wir setzen da an, wo es am sinnvollsten ist: bei den jungen Menschen in unserer Gesellschaft.

Wie genau unterstützen Sie als BUND LOOP?

LOOP sorgt in seinen Einrichtungen für eine familienähnliche und wärmende Umgebung. Bei diesem Projekt können wir sowohl die Ziele von LOOP, als auch unser Anliegen als Umweltverband wirkungsvoll unterstützen: Wir gestalten einen naturnahen, nutzbaren Gartenbereich, der mitten in der Stadt im Sommer Abkühlung bringt. Er lädt zum Verweilen und Entspannen ein, liefert frisches Obst, Küchenkräuter und Gemüse zur Selbsternte. Die Jugendlichen sind in Kontakt zur Natur, sie können vielleicht brütende Vögel, Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten beobachten. So übernehmen sie Verantwortung für sich und den Garten.

Welchen Stellenwert hat der Schutz von Natur und Umwelt für Sie?

Meine Kollegin Christel Jörg und ich, die dieses Projekt betreuen, hatten das Glück, in einer intakten Umgebung aufzuwachsen, mit viel Kontakt zur Natur, die wir schon in frühen Jahren lieben und schätzen gelernt haben. Diese enge Beziehung zur Natur begleitet uns alle beim BUND ein Leben lang, auch beruflich, Christel Jörg beispielsweise als Garten- und Landschaftsplanerin, mich als Biologielehrer.

Wie engagiert sich der BUND bereits in Mönchengladbach?

Wie in vielen Vereinen haben auch unsere aktiven Mitglieder ein stattliches Alter erreicht. Die meiste Arbeit findet nicht mehr mit Gummistiefeln und Spaten im Gelände statt, sondern vornehmlich am Schreibtisch. Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf lokale Themen, die meist auch regional oder bundesweit im Fokus stehen, beispielsweise die zunehmende Verunreinigung des Grund- und Oberflächenwassers, die überfällige Verkehrswende, Luft- und Klimaschutz sowie eine nachhaltige, umweltverträgliche Stadtentwicklung. Dazu hat der BUND jüngst ein stadtökologisches Konzept vorgelegt, das in Politik und Verwaltung viel Aufmerksamkeit fand.

Herr Rütten, wir freuen uns sehr, dass der BUND Mönchengladbach unsere Arbeit unterstützt.